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gwma:Judenpogrome

Judenpogrome

 
Um 1066 verursachten Rivalitäten zwischen einflußreichen jüdischen und berberischen Gruppen in Granada das erste große Judenmassaker des HochMA. Andererseits konnten Scharen christlicher Ritter, die ihren spanischen Glaubensgenossen um 1064 gegen die Moslems zu Hilfe eilten, von Bischöfen und Fürsten der Durchmarschgebiete nur mit Mühe daran gehindert werden, sich an den Juden zu vergreifen. Aus den Unterschichten rekrutierten sich vornehmlich jene irregulären Heerhaufen, die während des 1. Kreuzzugs noch vor dem eigentlichen Ritterheer aufbrachen und die Devise der Vernichtung aller Feinde Christi teilweise schon auf die unterwegs angetroffenen Juden bezogen. So kam es zu furchtbaren Massakern in Worms, Mainz und um Köln; die bischöflichen Stadtherren konnten nur in Speyer und wohl Halle den Kreuzfahrermob abwehren. Während des 3. Kreuzzugs suchten blutige Verfolgungen zahlreiche Judengemeinden Englands heim, wo 1290 die Juden endgültig ausgewiesen wurden. Mit dem Aufkommen der Zünfte waren die Juden inzwischen aus dem Fernhandel abgedrängt worden und weithin zum Kreditgeschäft, zunehmend auch zur Pfandleihe, übergegangen. Schon um die Mitte des 12. Jh. wurden Juden mit Wucherern schlechthin gleichgesetzt. Gleichzeitig begann sich der Judenhaß in Blutlegenden niederzuschlagen, die in vulgärer Verdinglichung der theologischen Verdammung den Juden die ständige Wiederholung der Passion Christi unterstellten. Noch verheerender als die Ritualmordbeschuldigungen wirkte sich die Hostienfrevellegende aus. Die verheerendsten Pogrome in Mitteleuropa folgten jedoch, von den Mittelmeerhäfen ausgehend, in der Zeit von 1348-50, v. a. in Zusammenhang mit der Pest. Begründet wurden die Verfolgungen insbes. mit der Legende der Brunnenvergiftung. Zahlreiche Gemeinden wurden vernichtet, meist nach Gerichtsverfahren mit erfolterten Geständnissen. Vielfach waren es dabei auch innerstädtische Spannungen zwischen den Ratsoligarchien und den Zünften, die sich gegen die Juden entluden. Obwohl Juden in den meisten Städten - zeitlich befristet und gegen Abgaben - vorübergehend wieder zugelassen wurden, blieben sie Objekt finanzieller Ausbeutung und sporadischer Verfolgungen infolge von Blutbeschuldigungen auch im ausgehenden MA.


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