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Reconquista

 
Eingeleitet im Jahr 722 unter Führung des Fürsten Pelayo: Prozess der Eroberung der maurischen Königreiche in Spanien durch christliche Herrscher und der anschließenden Verfolgung und Zwangsmissionierung von Juden und Muslimen. Beginnt im heutigen Asturien (als einziges noch nicht von den Mauren erobert).

Man geht von der unrechtmäßigen Besetzung der Hispania durch die Muslime durch die Vernichtung des westgotischen Königtums aus (siehe dazu Entstehung und Ausbreitung des Islam. Somit haben die christlichen Könige Spaniens die Pflicht alle zurückzuerobern. (sic!) Die Reconquista hielt christliche Königreiche nicht davon ab, sich auch weiterhin gegenseitig zu bekämpfen oder sogar sich mit Mauren zu verbünden.

Grundlagen:

  1. Neogoticismus geht von der Idee aus, dass Asturien, Léon und später Kastilien rechtmäßige Nachfolger des Westgotenreiches sind. Die Reconquista konnte demnach erst abgeschlossen sein, wenn die Könige die gesamte iberische Halbinsel wieder unter ihrer Hand hätten. Diese Ansicht taucht erstmals um 880 auf.
  2. Kreuzzugsidee tritt seit dem 11. Jh. dazu., besonders nach dem 1. Kreuzzug ist die iberische Halbinsel Hauptschauplatz.

Im letzten Drittel des 13. Jh. kommt die Rückeroberung ins Stocken.

Man kann drei Stoßrichtungen beobachten:

  1. im Zentrum der Halbinsel durch kastilische Könige
  2. entlang der Atlantikküste durch Könige von Portugal
  3. entlang der Mittelmeerküste durch das Königreich Aragonien

 
Die Zeit der großen Eroberungen liegt zwischen dem 11. und 13. Jhd. Im Hochmittelalter finden Kämpfe gegen spanische Mauren statt, die als Kampf der gesamten Christenheit verstanden werden. Dabei werden Ritterorden nach dem Vorbild der Templer gegründet. Päpste riefen europäische Ritter zum Kreuzzug auf die iberische Halbinsel auf. Der Apostel Jakobus gilt als der Schutzheilige (noch heute der Patron Spaniens).

  • Zerfall des Kalifats von Cordoba in verschiedene Taifenreiche
  • Politische Reorganisation des hispanisch-christlichen Bereichs
  • Krieg gegen al-Andalus durch Ferdinan I. von Kastilien-Léon und Raimund Berengar I. von Barcelona
  • Politische Unterwerfund neuer Gebiete: Tortosa, Lérida, Valencia, Zaragoza, Toledo, Sevilla, Granada
  • 1065 lässt sich Alfons VI. bei der Entgegennahme der Kapitulation Toledos zum König der Christen und der Muslime ausrufen
    • Einfall der nordafrikanischen Almoraviden (Siege über Alfons VI., politische Herrschaft in al-Andalus)
    • Tod Alfons VI. und darauffolgende Regierungskrise bremst die Expansion und die kastilisch-leonistischen Hegemoniebestrebungen
  • Verfall der almoravidischen Macht ermöglicht dann wieder weitere Vorstöße bei den Christen
  • Alfons VII. von Kastilien-Léon behält den Königstitel und nimmt die Hegemoniestellung gegenüber den anderen christlichen und muslimischen Herrschern an
  • Grafschaft Portugal strebt seit 1139-1143 nach Unabhängigkeit
  • 1151 Vertrag von Tudellén
    • Raimund Berengar und Alfons VII. stecken das Terrain für zukünftige Eroberungen ab
    • bis 1172 gelingt ihnen die Unterwerfund aller unabhängigen Machthaber in Andalusien
  • 1177 Vertrag von Carzola
    • Alfons II. von Aragon und Alfons VII von Kastilien-Léon legen die Grenzen beider Reiche und künftige Expansionsgebiete fest
  • Sieg der Almohaden bei Alarcos und damit Unterbindung von weiteren kastilischen Vorstößen
    • 1212 Sieg der Christen bei Las Navas de Tolosa als Reaktion
    • Zerfall des Alhomadenreichs und innere Streitigkeiten der Muslime erleichtern den Christen weitere Eroberungen
    • Fall Cordobas 1236
  • Fortschritte v.a. nach 1249 und Vertreibung aller Muslime aus den christlichen Gebieten

 
Bis 1350 geht es um die Kontrolle Gibraltars. Im 14. und 15 Jhd. stagniert die Bewegung. Gründe für die langwierige Zurückeroberung waren z.B. weil viele Könige statt die Mauren zu bekriegen lieber Tributzahlungen annahmen. Der Handel von Waren aus Granada bildete den Hauptweg des afrikanischen Goldes in das mittelalterliche Europa.

Im 15. Jh. erneutes Aufflammen der Auseinandersetzungen, Könige von Kastilien mischten sich in innere Angelegenheiten des Emirats ein, Absicht der Eroberung. Ferdinand und Isabella I. schaffen es nach 10 Jahren 1492 Granada zu erobern und die letzten maurischen Machthaber Boabdil zu vertreiben. Der Großteil Spaniens vereinigt sich unter ihrer Herrschaft.

Verschiedene soziale Gruppen bilden sich durch die Erfolge und Niederlagen der Reconquista aus, z.B. die Muladi (=Christen, die nach Eroberung zum Islam konvertierten).


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