Analyse der Open Source Business Intelligence Tools für den Mittelstand unter Berücksichtigung technischer und wirtschaftlicher Aspekte

{DIV(align=>left, width=>300px, float=>right, class="umijabox")}::Inhaltsverzeichnis:: 1 Einleitung 1.1 Ausgangslage und Problemstellung 1.2 Zielsetzung der Arbeit 2 Grundlagen 2.1 Definition von Business Intelligence 2.1.1 Extract Transform Load (ETL) 2.1.2 Data Warehouse 2.1.3 Standard und Ad-hoc Reporting 2.1.4 OLAP 2.1.5 Zusammenhang der einzelnen BI Kategorien 2.2 Open Source 2.3 Total Cost of Ownership 2.4 Spezifische Definitionen und Festlegungen 2.4.1 Eingrenzung der zu betrachtenden BI Kategorien 2.4.2 Vorstellung des mittelständischen Unternehmen - OSBI GmbH 2.4.3 Bewertungsmethode 2.4.4 Definition der zu untersuchenden Eigenschaften 2.4.5 Auswahl der Open Source BI Tools 2.4.6 Vorstellung der zu untersuchenden Open Source BI Tools 2.4.7 TCO Betrachtung 2.4.8 Testumgebung 3 Analyse 3.1 Gewichtung der Eigenschaften 3.1.1 Gewichtung der DWH Eigenschaften 3.1.2 Gewichtung der ETL Eigenschaften 3.1.3 Gewichtung der Reporting Eigenschaften 3.1.4 Gewichtung der OLAP Server Eigenschaften 3.1.5 Gewichtung der OLAP Client Eigenschaften 3.2 Bewertung der Open Source Tools 3.2.1 DWH - Tools 3.2.2 ETL - Tools 3.2.3 Reporting - Tools 3.2.4 OLAP Server - Tools 3.2.5 OLAP Client - Tools 4 Ergebnisse 4.1 Datawarehouse 4.2 Extract Transform Load 4.3 Reporting 4.4 OLAP Server 4.5 OLAP Client 5 Zusammenfassung und Ausblick {DIV}^Eduard Mann, Auszug der Diplomarbeit ... ^

Einleitung

Technologische Lösungen zur Entscheidungsunterstützung betrieblicher Fach- und Führungskräfte stellen längst keine neue Entwicklung dar, sondern sind bereits seit mehr als drei Jahrzehnten fest im Architekturportfolio der Unternehmen verankert. Die zugehörigen Systemkategorien werden unter dem, vor allem in der wissenschaftlichen Diskussion, noch immer sehr gebräuchlichen Oberbegriff Management Support Systeme (MSS) zusammengefasst [[Gluchowski2008, S. 89]. Im Deutschen sind diese Systeme auch als Managementunterstützungssysteme (MUS) bekannt.

"In der betrieblichen Praxis hat sich jedoch seit Mitte der 90er Jahre eine neue Begrifflichkeit entwickelt und dort auch bereits umfassend etabliert. Business Intelligence (BI) heißt der vielschichtige Begriff und lässt sich primär auf Überlegungen der Gartner Group aus dem Jahre 1996 zurückführen [[...] " [[Kemper2006, S. 2]. Die "Gartner Group" ist ein Anbieter für Marktforschung und Analysen in der weltweiten Technologie-Industrie.

"Unter Business Intelligence wird ein integriertes IT-Gesamtkonzept verstanden, das für die unterschiedlichen Ausprägungen der Anforderungen an geeignete Systeme zur Entscheidungsunterstützung tragfähige und miteinander verknüpfte Lösungen anbietet. Die zugehörigen Funktionalitäten werden dabei von unterschiedlichen Softwarewerkzeugen erbracht, deren reibungsloses Zusammenspiel als ein konstituierendes Merkmal von Business Intelligence verstanden werden kann." [[Gluchowski2006, S. 12]

Technisch betrachtet unterstützen die Business Intelligence Tools bei der Konsolidierung und Auswertung der Daten eines Unternehmens. Die Daten werden aus verschiedenen operativen Anwendungen einer Organisation unter festgelegten Regeln in einem "Single Point of Truth" zusammengeführt. Dieser Datenbestand dient diesem Unternehmen dann als Quelle für alle Berichte und Analysen.

Während der Realisierung einiger Business Intelligence Projekte hat sich gezeigt, dass zur Unterstützung verschiedener Organisationseinheiten bzw. Geschäftsprozesse oft unterschiedliche operative IT Systeme mit ganz oder teilweise identischen Daten eingesetzt werden. Während der identische Anteil der Daten zur Redundanz von Informationen führt, stellt der abweichende Teil einen Widerspruch zu dieser Information dar. Genau hier setzen die BI Tools an. Mit den Werkzeugen werden die Daten konsolidiert und die Redundanz eliminiert, so dass eine einheitliche Betrachtung der Prozessinformationen gewährleistet werden kann.

Ausgangslage und Problemstellung

Laut einer aktuellen Studie des Business Application Research Centers (BARC) ist Business Intelligence auch in mittelständischen Unternehmen angekommen. Rund 50 Prozent der mittelständischen Unternehmen setzen bereits BI Software ein und weitere 40 Prozent planen die Anschaffung der Tools [[Friedrich2007, S. 10]. Bisher waren vor allem große Unternehmen dazu bereit die teilweise erheblichen Investitionen zu tragen, heißt es in der Studie von Friedrich und Bange [[Friedrich2007a, S. 4]. Die Sättigung des Absatzmarktes im Großkundensegment auf der einen Seite und die zunehmende strategische Bedeutung der BI Tools im Mittelstandssegment [[Friedrich2007a, S. 4] stellen im Allgemeinen eine Marktveränderung auf dem BI Markt dar.

Die großen Anbieter der Standardsoftware (IBM, Business Objects, Cognos, etc.) haben bereits auf die Marktveränderung reagiert und bieten speziell zugeschnittene BI Lösungen für den Mittelstand an. Für diese Kategorie der Software existiert bereits mindestens eine Evaluierung ("Software-Evaluation Business Intelligence" vom Business Application Research Center), welche die Unternehmen bei der Wahl der proprietären BI Tools unterstützt. Diese Analyse beschäftigt sich jedoch nur mit den proprietären Produkten, so dass die Open Source Lösungen nicht erwähnt werden.

Wenn die Hürde für die Kleinunternehmen und Mittelstand in den hohen Kosten bei der Anschaffung der BI Systeme liegt [[Welker2007, S. 11], dann stellen die Open Source Systeme eine Lösungsalternative für diese Unternehmen dar [[Schnieder2008, S. 28]. Mit Hilfe dieser Tools können erste Ergebnisse eines Business Intelligence Projektes ohne anfallende Lizenzkosten erzielt werden. Auch die Kalkulation der Folgekosten eines BI Systems stellt einen kritischen Punkt bei den Überlegungen zur Einführung von Reporting Systemen dar [[Welker2007, S. 11],. Bei den Open Source Applikationen entfallen die Lizenzkosten vollständig, was die Kalkulation der Folgekosten stark vereinfacht.

Entgegen den erwähnten Vorteilen steht die Aussage, dass die Total Costs of Ownership (TCO) bei den freien Werkzeugen höher ausfallen als bei den proprietären Lösungen [[Williams2007, S. 42]. (Der TCO-Ansatz analysiert die IT-Kostenstruktur durch eine vollständige Erfassung der Kosten, die im Rahmen der Beschaffung, Bereitstellung und Entsorgung von IT-Komponenten entstehen [[Gadatsch2005, S. 43].) Laut Williams sind die Supportkosten für die Open Source Systeme so hoch, dass die Gesamtkosten beim Vergleich zu den proprietären Lösungen um einiges höher sind, obwohl keine Lizenkosten anfallen.

Eine Studie von Capgemini [[Schnieder2008, S. 28] besagt wiederrum, dass rund 20 Prozent der befragten Unternehmen auf Open Source Lösungen setzen, um Kosten zu sparen. Die überwiegende Mehrheit nutzt Open Source jedoch nicht zur Kostenreduktion. In der Studie werden zwar keine weiteren Gründe für den Einsatz der Open Source Software erwähnt, aus diesen Aussagen geht aber folgende Schlussfolgerung hervor: die Unternehmen setzen bereits Open Source Systeme produktiv ein. Ohne weitere Belege für den Einsatz der Open Source BI Tools zu haben, liegt die Vermutung sehr nahe, dass unter den eingesetzten Open Source Produkten auch Business Intelligence Systeme vorhanden sind.

Die sich verändernde Marktsituation, widersprüchliche Aussagen über die TCO und die Tatsache, dass Open Source bereits Einzug in die Unternehmen gehalten hat, sind die Beweggründe für die Ausseinandersetzung mit den Business Intelligence Open Source Systemen für den Einsatz in mittelständischen Unternehmen.

Zielsetzung der Arbeit

Im Rahmen dieser Diplomarbeit werden verschiedene Open Source Business Intelligence Tools auf ihre Einsatzmöglichkeiten bei mittelständischen Unternehmen untersucht. Dabei werden sowohl technische Eigenschaften der Softwarepakete betrachtet als auch die wirtschaftlichen Aspekte bei der Anschaffung, der Einführung und dem Betrieb dieser Systeme untersucht.

Diese Diplomarbeit wird zuerst eine Übersicht der verfügbaren Open Source Tools aufzeigen. Ausgehend von den Anforderungen eines exemplarisch definiertem mittelständischem Unternehmen und einer Studie über die wichtigsten Eigenschaften eines BI Systems, werden die zu untersuchenden Eigenschaften der Tools festgelegt. Daraufhin werden Open Source Tools auf die Unterstützung der Eigenschaften bzw. die Erfüllung der Anforderungen untersucht und anschließend untereinander bewertet. Dadurch entsteht eine Entscheidungsgrundlage, die unterstützend bei der Wahl eines Open Source Business Intelligence Tools dienen soll.

Ein Vergleich der Open Source Tools mit den proprietären Business Intelligence Produkten wird in dieser Diplomarbeit nicht durchgeführt. Vielmehr soll die Arbeit ab dem Zeitpunkt die Einführung von Business Intelligence Softwrae unterstützen, ab dem die Entscheidung für den Einsatz eines Open Source Systemes gefallen ist.