schriftliche Ausarbeitung einer Unterweisung zum Thema: "Projektplanungswerkzeuge anwenden"

20060253:unterweisung

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Begründung der Themenwahl

Abgrenzung des Themas

In das Berufsbild eines IT-System-Elektronikers / einer IT-System-Elektronikerin gehört auch, im Rahmen der Fachaufgaben im Einsatzgebiet, die Projektplanung.
Dabei ist es wichtig, dass die Auszubildenden komplexe Vorgänge in kleine Arbeitspakete zerlegen können und diese dan mit Hilfe der Projektplanungswerkzeugen zeitlich einteilen können.

Richtlinienbezug

Das Thema der Unterweisung wurde in Anlehnung an die Verordnung über die
Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik für den
Ausbildungsberuf „IT-System-Elektroniker/IT-System-Elektronikerin“ gewählt.

Rahmenbedingungen

Adressatenanalyse

Der Auszubildende, Herr Meier, ist 18 Jahre alt und hat die Realschule mit der mittleren Reife abgeschlossen. Er befindet sich im 1. Halbjahr des dritten Lehrjahres der Ausbildung zum IT-Systemelektroniker. Er hat sich schon vor Ausbildungsbeginn mit Computern beschäftigt. Vor allem mit Computerspielen und der Nutzung des Internets ist er vertraut.
Über seinen weiteren beruflichen Weg ist er sich noch nicht ganz im Klaren, er spielt mit dem Gedanken, nach der Ausbildung ein Fachhochschulstudium der Informatik zu beginnen.
Herr Meier zeigte sich bisher sehr motiviert und lernbereit. Sein Kenntnisstand entspricht der zeitlichen Gliederung der Berufsausbildung zum IT-System-Elektroniker.

Herr Fuchs ist 19 Jahre alt. Vor seiner Berufsausbildung schloss er mit guten Noten das Gymnasium ab und erhielt das Abitur. Der Auszubildende hatte vor Beginn der Ausbildung keine tiefgehende Erfahrungen mit IT-Systemen gesammelt. Aufgrund seiner raschen Auffassungsgabe befindet er sich, wie der Herr Meier, auf dem Kenntnisstand des 3. Ausbildungsjahres.

Aufgrund der betrieblichen Organisation wurde von der Verkürzung der Ausbildungszeit bei Vertragsabschluss nicht Gebrauch gemacht. Beide Auszubildende sind in der Lage, aufgrund ihrer Erfahrung, die zeitliche Dauer der Routinetätigkeiten abzuschätzen.

Lernort

Die Unterweisung findet im einem Präsentationsraum statt, um Störungen der Konzentration durch die Geräuschkulisse und unruhige Atmosphäre des Werkstattbetriebs zu vermeiden.

Unterweisungszeitpunkt und Dauer

Die Unterweisung findet kurz nach der Frühstückspause, gegen 9:30 Uhr, statt. Für diesen Zeitpunkt spricht die biologische Leistungskurve des Menschen. Als Dauer der Unterweisung sind 20 Minuten vorgesehen, eine Pause ist während dieser Zeit nicht erforderlich.

Lernziele

Richtlernziel

Nach §4 der "Verordung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnis" Pos. 10.2 lautet das Richtlernziel „Projektplanung“.

Groblernziel

„Projektplanungswerkzeuge anwenden“.

Feinlernziel

Die Auszubildenden sollen einen Netzplan unter Vorlage der einzelnen Arbeitspakete erstellen und vorhandene Netpläne lesen können. Dabei wird das Feinlernziel auf mehrere Unterweisungen aufgeteilt. Die erste Unterweisung behandelt die Grundlagen des Netzplanes, den Netz-Knoten.

Bei der Vermittlung des Feinlernziels sollen folgende Lernbereiche angesprochen werden:

Kognitiver Bereich (Wissen)

Die Auszubildenden sollen verstehen, warum Projektplanug wichtig ist. Er lernt wann die Projektplanungswerkzeuge eingesetzt werden können.

Psychomotorischer Bereich (Fertigkeiten)

Der Auszubildende soll lernen einen Netzplan mit einfachen Hilfsmitteln (Stift, Lineal) zu erstellen.

Affektiver Bereich (Einstellungen)

Genaue Zeiteinschätzun bei Projekten ist eine wichtige Voraussetzung für das gelingen des Vorhabens. Dem Auszubildenden soll die Angst der Zeitschätzung bei Komplexen Vorhaben genommen werden.

Lernzielkontrolle

Das Lernziel ist erreicht, wenn der Auszubildende in der Lage ist, selbständig den
Arbeitsauftrag „Erstellung eines Netzplans“ auszuführen. Zur Endkontrolle der ordnungsgemäßen Anfertigung, wird überprüft, ob die Lösung der Auzubildenden Korrekt ist.

Planung und Durchführung der Ausbildungseinheit

Begründung der Lehrmethode

Die Vier-Stufen-Methode eignet sich besonders bei Einführung neuer Werkzeuge, da die Auszubildenden mit mehreren Sinnen beim Erlernen beteiligt sind, was einen nachhaltigen Lerneffekt verspricht. Bei dem eng umrissenen Thema der Unterweisung verspricht diese Methode auch die höchste Zeiteffizienz. Eine reine Demonstration hätte demgegenüber den wesentlichen Nachteil, daß der psychomotorische Lernbereich nicht angesprochen würde. Die Umsetzung der Theorie in die Praxis ist aber das wesentliche Lernziele dieser
Unterweisung.

Die Leittextmethode eignet sich hier nicht, da die zur verfügung stehende Zeit zu knapp ist.

Lehrmethode

Als Unterweisungsmethode dient die Vier-Stufen-Methode:

Vorbereitung/Motivation

Jeder einzelne Punkt stellt den Inhalt dar und jeder darauffolgende Absatz die Kernpunkte, Begründung sowie die Hilfsmittel. Als Zeitansatz sind 2 min. vorgesehen.

  • WAS: Kontaktaufnahme
    • WIE: Der Ausbilder begrüßt die Auszubildende freundlich. Er versucht, eine spannungsfreie, lernförderliche Situation zu schaffen, in dem er sich z. B. nach dem Befinden erkundigt und evtl. auf Situationen im privaten Bereich zu sprechen kommt, die in direktem Bezug zum Unterweisungsthema stehen.
    • WARUM: Dadurch wird die Motivation der Auszubildenden gefördert.

  • WAS: Thema
    • WIE: Anschließend gibt der Ausbilder einen Überblick über das Thema dieser Unterweisung und stellt den Bezug zu evtl. vorangegangenen und zukünftigen Tätigkeiten her.
    • WARUM: Um das Verstehen und Behalten zu fördern.

  • WAS: Voraussetzungen ermitteln
    • WIE: Im weiteren Gesprächsverlauf versucht der Ausbilder die Vorkenntnisse festzustellen. Wichtige Begriffsdefinitionen wie Projekt, Projektziel sowie Teilaufgaben sind für die heutige Unterweisung notwendig.
    • WARUM: Damit sollen die vorhandenen Kenntnislücken und fehlende Informationen im Dialog mit den Auszubildenden gemeinsam erarbeitet werden können.


Vormachen/Erklären

Für das Vormachen werden 7 min. benötigt. Wenn nichts anderes zusätzlich angegeben ist, wird ein Stift und die vorgefertigten Vorlagen als Hilfsmittel verwendet.

  • WAS: Allgemein
    • WIE: Der Ausbilder erklärt den Auszubildenden das Ziel der Unterweisung sowie die Lernzielkontrolle.
    • WARUM: Aus den Betroffenen Beteiligte machen

  • WAS: Voraussetzungen
    • WIE: Für den Netzplan wird eine Auflistung der einzelnen Arbeitspaketen mit der Zeitdauer und Anfangszeitpunkt benötigt. Diese ergeben sich beispielsweise aus der vorherigen Unterweisung.
    • WARUM: Der Netzplan besteht aus einzelnen Arbeitsanweisungen und stellt nach der Aufstellung erst das gesamte Vorhaben dar.

  • WAS: Darstellung und Erklärung des Netzplanknoten
    • WIE: Graphische Darstellung an der Tafel
    • WARUM: Ein Netzplanknoten (Kästchen) stellt einen Vorgang dar. Dabei sind in dem Knoten folgende Informationen enthalten: Name, Nummer, Dauer, Gesamtpuffer (GP), Freier puffer (FP), Frühester Anfangszeitpunkt (FAZ), Spätester Anfangszeitpunkt (SAZ), Frühestes Endzeitpunkt (FEZ) und Spätestes Endzeitpunkt (SEZ). Die meisten dieser Informationen sind für Darstellung des Projektes notwendig.


  • WAS: Vorwertszählung / Vorwärtsplanung
    • WIE: Hierbei werden Frühester Anfangszeitpunkt (FAZ) und Frühestes Endzeitpunkt (FEZ) ermittelt. FAZ ist dabei dem vorherigem FEZ gleich. Der betrachtete FEZ berechnet sich aus dem betrachtetem FAZ und der Dauer der Teilaufgabe.
    • WARUM: FEZ und FAZ sind für die Berechnung der Puffer notwendig.

  • WAS: Rückwertszählung / Rückwärtsplanung
    • WIE: Hier berechnen wir den Spätester Anfangszeitpunkt (SAZ) und den Spätestes Endzeitpunkt (SEZ). SEZ stellt den gleichen Zeitpunkt dar wie der SAZ des Nachfolge-Vorganges. SAZ wird aus der Dauer des Vorganges und dem SEZ berechnet. SAZ = SEZ - Dauer
    • WARUM: Die beiden Spätestens-Zeitpunkte benötigen wir um anschließend bei dem Freien Puffer zu berechnen.

  • WAS: Gesamtpuffer
    • WIE: Gesamtpuffer des betrachteten Vorganges berechnet sich aus GP = SAZ − FAZ oder GP = SEZ − FEZ.
    • WARUM: Der Gesamtpuffer gibt an um wie viel sich der Vorgang verschieben lässt ohne das Projektende zu gefährden.

  • WAS: Freie Puffer
    • WIE: Der FP lässt sich wie folgt darstellen: FP = FAZ(Nachf.) - FEZ
    • WARUM: Der Freie Puffer ist die Zeit, die den frühest möglichen Beginn bzw. Ende des Nachfolgers nicht gefährdet. Anders formuliert: Alle Nachfolge-Vorgänge können in ihrer frühesten Lage durchgeführt werden.

Nachmachen lassen

Das Nachmache der Auszubildenden sollte ca. 9 min dauern. Hierbei wird die ausgeteilte Vorlage sowie ein Stift verwendet.

  • WAS: Die Auszubildende sollen nun versuchen das soeben gesehene in die Praxis umzusetzen. Dabei steht der Ausbilder natürlich jederzeit zur Verfügung und kontrolliert das Vorgehen. Die Definitionen der einzelnen Begriffen sind für dei Dauer der Wiederholung an der Tafel ersichtlich. Der angefertigte Netzplan zur Vorführung wird jedoch ausgeblendet.
    • WARUM: Die Wiederholung soll die Merkfähigkeit bzw. das Behalten fördern.

Erfolgskontrolle / Weiterarbeiten

Der Ausbilder lässt die Auszubildenden noch einmal alle Arbeitsschritte verbalisieren, wenn möglich noch einmal selbständig durchführen. Dabei nimmt sich der Ausbilder mehr und mehr zurück. Der Ausbilder teilt den Auszubildenden seine Beobachtungen mit, lobt bzw. hinterfragt bei Bedarf noch einmal. Er fragt die Auszubildenden nach ihrer Einschätzung ihrer Leistung und gibt ihnen, falls nötig, weitere Ratschläge. Danach teilt der Ausbilder den Auszubildenden mit, ob das Lernziel erreicht wurde und motiviert sie, ihre Fertigkeiten in die Praxis umzusetzen. Bei nicht erreichtem Lernziel wird versucht, die Gründe dafür festzustellen und für Abhilfe zu sorgen. Hier sollte direkt ein Wiederholungstermin vereinbart werden. Bei Erreichen des Lernzieles teilt der Ausbilder den Auszubildenden das Thema und den Termin der nächsten Unterweisung mit.

Das Thema der nächsten Unterweisung ist die (§4 Abs. 1 Nr. 2.5) "Kaufmännische Steuerung und Kontrolle" Punkt b) "Kosten und Erträge für erbrachte Leistungen errechnen sowie im Zeitvergleich und im Soll-Ist-Vergleich bewerten".

Lehr- und Arbeitsmittel

  • Block
  • Stift
  • ausgeteilte Vorlage

Anhang

Auszüge der sachlichen und zeitlichen Gliederung aus der „Verordnung über die Berufsausbildung im Bereich der Informations- und Telekommunikationstechnik“ für den Ausbildungsberuf „Informations- und Telekommunikationssystem Elektroniker“.

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