Fehde und Landfrieden

In fr√ľhmittelalterlicher Zeit war die Fehde ein durch die Rechtsordnung anerkanntes Verfahren, mit dem ein Verletzter oder seine Familie am T√§ter einer den Frieden brechenden Gewalttat Rache nehmen konnte. Durch die Fehde sollte der vom T√§ter gebrochene Rechtsfrieden wiederhergestellt werden. Dies war der Familie √ľberlassen, da es zu dieser Zeit noch kein Gewaltmonopol des Staates gab, seit der Mitte des 12. Jhds. versuchten K√∂nige und Reichstag (jedoch vergeblich), das Fehdewesen zu verbieten. Immerhin wurden aber bestimmte Regeln f√ľr die ‚Äěrechte Fehde‚Äú aufgestellt, die nun anzusagen war und bis zu deren Beginn gewisse Fristen vergehen mussten. Mit dem Gesetz √ľber den ‚ÄěEwigen Landfrieden‚Äú von 1495 wurde die Fehde endg√ľltig abgeschafft und verboten, allerdings setzte sich dieses Verbot erst in der ersten H√§lfte des 16. Jhds. durch. Seit dem Sp√§tMA wandelte sich der Begriff, man verstand nun darunter auch den Krieg, der politische Auseinandersetzungen f√ľrstlicher Herren entscheiden sollte. Im alten Rechtsverst√§ndnis versteht sich Friede nicht von selbst, sondern bedarf der konkreten Errichtung. Ans√§tze zu Friedensgeboten finden sich bereits in Geboten Konrads II. und Heinrichs III. An sie, aber noch mehr an die kirchlichen Gottesfrieden kn√ľpften sich seit der 2. H√§lfte des 11. Jh. die von weltlichen Gewalten errichteten Landfrieden an. Der Terminus, der seit dem sp√§ten MA √ľberliefert ist, wurde von der Wissenschaft auch auf die k√∂niglichen Frieden des hohen MA √ľbertragen. Inhaltl. geht es darum, bestimmte schutzlose Orte (insbes. die Kirchen) und einen schutzbed√ľrftigen Personenkreis (insbes. Kleriker, Frauen, Kaufleute und Juden) unter einen durch Strafandrohung erh√∂hten Frieden zu stellen und zumindest teilweise die Fehde zur√ľckzudr√§ngen. Der Friede erh√§lt seine Verbindlichkeit dadurch, da√ü die beteiligten F√ľrsten sich gegenseitig durch einen Eid verbinden, wobei teilweise √ľberliefert ist, da√ü die Eidleistenden anschlie√üend in ihren eigenen Herrschaften den Frieden auch durch ihre Leute haben beschw√∂ren lassen. Durchsetzungsmittel war die Androhung von schweren Strafen wie R√§dern, Enthaupten, Verst√ľmmelung. Auf diese Weise wurde - in Fortsetzung der Bem√ľhungen der Gottesfriedensbewegung - das √ľberkommene Bu√üsystem durch die peinliche Strafe abgel√∂st. Die Strafverfolgung wird nicht mehr in erster Linie dem Verletzten zugewiesen, vielmehr wird es als Aufgabe der √∂ffentlichen Gewalt angesehen, die Friedensbrecher zu bek√§mpfen.

Fehde

  • legitmierte Rache im Fr√ľhmittelalter zur Wiederherstellung des Rechtfriedens
  • geltend f√ľr Gesch√§digte und die Familie
  • Sp√§ter: Einschr√§nkungen wie z.B. Asylst√§tten, Regeln f√ľr die "rechte Fehde" wie z.B rechtzeite Ank√ľndigungen

Landfrieden

  • Fortsetzung des Gottesfriedens
  • f√ľr best. Gebiete allgemein geltende Rechts/Friedensordnung
  • gew√§hrleistet durch Landf√ľrsten und deren Beamte
  • > Schutz des Lebens und Eigentums vor Totschl√§gern, R√§ubern etc. /Ma√ünahme gegen die Fehde
  • Reichstag von 1495: der "Ewige Landfriede" per Reichsgesetz