Ministeriale

Die Ministerialen als Rechtsform und Institution waren auf der einen Seite durch Elemente der pers√∂nlichen Bindung, auf der anderen durch politische, wirtschaftliche und milit√§rische Funktionszuweisungen charakterisiert, die sie schlie√ülich oft in eine ritterliche und adelsgleiche Stellung hineinr√ľcken lie√üen. Sie stellte eine Besonderheit des Deutschen Reiches einschlie√ülich des lothringisch-flandrischen Grenzraums dar und gestaltete den Gesellschaftswandel des HochMA (vom fr√ľhen 11. bis zum 13./14. Jh.) im starken Ma√üe mit -- Der Aufstieg der Ministerialen bildete die erste gro√üe soziale Evolution des MA. Die Herausbildung des eigenen, bald rechtlich abgegrenzten Ministerialenstandes erfolgte seit der Wende vom 10. zum 11. Jh., und zwar zuerst erkennbar auf der Ebene der Reichskirche. Zun√§chst war auch der Aufstieg zum Ministerialen von einfachen Manizipien und Knechten m√∂glich, allerdings machten sich schon fr√ľhzeitig abschlie√üende und ausgrenzende Tendenzen der sich formierenden Ministerialenschaft bemerkbar. Neben den gerichtlichen und verwaltungsm√§√üigen Aufgaben in der Grundherrschaft als villicus/Meyer erfolgte die Zuweisung der gehobenen Hof√§mter (Truchse√ü, Schenk, K√§mmerer, Marschall, J√§germeister) und des Reiterdienstes auf der rechtsverbindlichen Grundlage der Ausstattung mit einem erblichen Lehen. Die Ministerialen hatten einen eigenen Rechtsstand mit einer besonderen Gerichtsbarkeit, leisteten keine pers√∂nlichen Abgaben und bem√ľhten sich, einen eigenen Rechts- und Sozialstatus gesondert von Hofrecht und familia zu erlangen und abzusichern.

Auch: K√∂nig setzte sie zunehmend als Reichsgutverwalter, Krieger (ritter) oder f√ľr bestimmte Hof√§mter ein. Ursache: Lockerung der Bindung zwischen K√∂nig und adligen [Vasallen](./gwma:Lehenswesen und Vasall) - Den urpr√ľnglichen Amtstr√§gern - durch eine Verst√§rkung der [vasallitischen](./gwma:Lehenswesen und Vasall) Rechte am Lehnsgut (Erblichkeit), wodurch die Beziehung zum Lehnsherrn geschw√§cht wurde -> K√∂nig erhoffte sich durch Reichsministerialit√§t eine st√§rker von ihm abh√§ngige "Beamtenschaft", Ministeriale wurden ebenfalls belehnt -> teilweise Aufstieg in (Nieder-)Adel.