Graf

Der Graf (comes) als Inhaber einer Grafschaft (comitatus) leitete den Aufgabenbereich des vom K√∂nigtum abh√§ngigen Amtes aus dem auf das karolingische Reich zur√ľckgehenden Grafenamt ab. Den Kern seiner Aufgaben bildeten die Verwaltung des K√∂nigsgutes und die Organisation des Heeresaufgebots aus den zum Kriegsdienst verpflichteten Freien. Zudem erhoben Grafen die dem K√∂nig zustehenden Z√∂lle und garantierten den K√∂nigsschutz. Zun√§chst nur f√ľr die Urteilsvollstreckung zust√§ndig, wurden die Grafen zunehmend auch Gerichtsvorsitzende im Grafengericht. Diese war zust√§ndig f√ľr alle einem Grafenamt unterstehenden Personen und auch die dortigen Freien und Adeligen. Die Zugeh√∂rigkeit richtete sich jedoch nach den personenrechtlichen Abh√§ngigkeiten, nur bedingt auch nach der geographischen Zugeh√∂rigkeit.

Das zur Autorit√§t notwendige Ansehen und das Verm√∂gen, das die Amtsausf√ľhrung erm√∂glichte, besa√üen nur Mitglieder der adeligen Oberschicht, soda√ü an der Wende zum 10. Jhd. die Grafen√§mter durchgehend vom Adel besetzt waren. Seit der Mitte des 10. Jhds. √ľbertrugen die s√§chsischen K√∂nige zahlreiche Comitate an geistliche Einrichtungen, an Bisch√∂fe und Kl√∂ster, welche diese Rechte durch ihre V√∂gte wahrnehmen lie√üen. Dabei wurde die Gerichtsbarkeit zum wichtigsten Instrument.

  • Verwaltung des K√∂nigsgutes
  • Organisation d. Heeresaufgebots aus den zu Kriegsdienst verpflichteten Freien
  • Erhebung von Z√∂llen f√ľr den K√∂nig
  • garantie d. K√∂nigsschutzes
  • Gerichtsinstanz
  • hat kein eigenes Territorium sondern nur ein Verwaltuingsgebiet