Kloster und Stift

Die lat. Bezeichnung „monasterium“, die dem Wort „Kloster“ entspricht, wurde im gesamten MA sehr unscharf angewandt und konnte sich auf einen GebĂ€udekomplex, einen Kirchenbau oder aber eine monastische Gemeinschaft beziehen. Im altchristlichen Osten bezeichnete monasterium ursprĂŒnglich die Zelle eines alleinlebenden Asketen. Die gemeinsame LebensfĂŒhrung mehrerer Asketen gab den Anstoß zum Koinobitentum, der auf das Kloster zentrierten Form des Gemeinschaftslebens. Die ersten Klöster wurden von den Ă€gyptischen bzw. syrischen WĂŒstenvĂ€tern begrĂŒndet. Im Westen erfolgten die ersten KlostergrĂŒndungen nach östlichem Vorbild; mehrere Regeln gaben dem inneren Leben dieser Klöster Zusammenhalt. GrĂ¶ĂŸe und innere Organisation konnten flexibel dem jeweiligen monastischen Ideal der Bewohner, ihrem Geschlecht und der Form des Gemeinschaftslebens angepaßt werden; entsprechend dem Rechtsstatus des Klosters und seines Vorstehers war die Benennung unterschiedlich (Abtei, Priorat, Konvent). Stift bezeichnet im MA eine geistliche Korporation und ihre Kirche, wobei im weiteren Sinn auch monastisch verfaßte KommunitĂ€ten so benannt werden. Außerdem wird das Bistum bzw. dessen Territorium und Verwaltung neuzeitlich Stift oder Hochstift genannt. Im engeren kirchenrechtlichen Sinn bezeichnet Stift sowohl ein Kollegium von Weltgeistlichen aller Weihegrade an einer Kirche wie auch eine FrauenkommunitĂ€t, die nicht nach einer Mönchsregel, sondern ohne GelĂŒbde nach eigenen Ordnungen und aus dem Stiftungsvermögen ihrer Kirche leben, und deren vorrangige Aufgabe das gemeinsame Chorgebet sowie, bei den MĂ€nnern, der feierliche Gottesdienst sind. Entstehen bzw. gegrĂŒndet werden konnte ein Stift an jeder Kirche, die genĂŒgend Vermögen zum Unterhalt von mehreren Klerikern bzw. Kanonissen hatte (im MA ca. 600-700 Kanonikers.e im Gebiet der deutschen Reichskirche).

Kloster:

  • Gesamtanlage aus Kirche, GebetsrĂ€umen, Wohn-und WirtschaftsgebĂ€uden
  • ursprĂŒnglich nur fĂŒr Klosterangehörige, nicht fĂŒr Laien zugĂ€nglich
  • Entwicklung zu Wirtschafts-und Gewerbezentren
  • GrĂŒnder: König oder Adelige
  • Vermögen: Vermögensausstattung durch GrĂŒnder + Zustiftungen
  • > Liegenschaften in Eigenregie oder als LeihgĂŒter an Hintersassen (->Grundherrschaft)
  • ab dem 13 Jhd, kaum noch NeugrĂŒndungen