K├Ânig

Die Bezeichnung "K├Ânig" leitet sich von "kon"/"konr" ab, was so viel wie "vornehm" bedeutet. Das mittelalterliche deutsche K├Ânigtum baut auf den ideellen, rechtlichen und politischen Gegebenheiten der karolingisch-ostfr├Ąnkischen K├Ânigsherrschaft auf, deren Dynastie mit dem Aussterben der ostfr├Ąnkischen Karolinger (911) erloschen war. Dieses K├Ânigtum enthielt Elemente uralt germanischer Vorstellungen eines Volksk├Ânigtums, wobei unter Volk jedoch nur die obere F├╝hrungsschicht des Herrschaft aus├╝benden Adels und der Freien zu verstehen ist. Nur mit deren Zustimmung konnte der K├Ânig die Herrschaft erlangen und aus├╝ben. Ebenfalls aus alter fr├Ąnkischer Tradition lebte die christliche Legitimation des Herrschers, der aus der ├╝berweltlichen Idee des Gottesgnadentums seine Stellung als Garant der Rechtsordnung ableitete. Die Mitwirkung des Volkes bei der Thronerhebung und die Sakralisierung des K├Ânigtums seit den Ottonen lassen das Verh├Ąltnis von K├Ânig zu Volk und Adel sowie zur Kirche erkennen. Das Weiterleben alt├╝berlieferter Vorstellungen l├Ąsst sich auch in der ver├Ąnderten Form der Herrschaft nach dem Investiturstreit erkennen. Die Weitergabe des K├Ânigstitels an einen Nachfolger geschah entweder ├╝ber Erbgang (an den Erstgeborenen) oder ├╝ber Wahl (in sog. Wahlmonarchien; in Deutschland Wahl durch die Kurf├╝rsten).