Lehenswesen und Vasall

Die wichtigste Vorraussetzung f├╝r das Lehenswesen ist die rechtliche, wirtschaftliche und soziale Ungleichheit der mittelalterlichen Gesellschaftsordung. Die f├╝hrende Schicht des Adels mit dem K├Ânig an der Spitze besa├č das Land und ├╝bte dar├╝ber wie ├╝ber die das Land bewirtschaftenden Leute Herrschaft aus. Schon im Fr├╝hmittelalter begaben sich Freie unter den Schutz M├Ąchtigerer; durch diese sog. Kommendation waren sie zu Treue, Dienst und Gehorsam verpflichtet und erhielten daf├╝r Schutz und Unterhalt. Dieses pers├Ânliche Beziehungssystem bezeichnet man als Vasallit├Ąt. Vasallen bildeten das Heersaufgebot der gro├čen Herren, die ihrerseits als Kronvasallen mit dem merowingisch-karolingischen K├Ânigtum in Verbindung stehen konnten. Um die mit dem Heeresdienst verbundenen Kosten aufzubringen, erhielten Vasallen oft zu ihrem bei der Kommendation eingebrachten Eigengut weitere Liegenschaften nach dem Recht der Landleihe. F├╝r diese ├ťberlassung mussten die Vasallen urspr├╝nglich Abgaben leisten, die aber erlassen werden konnten, was eine Wohltat, ein Benefizium darstellte, wie das vasallitische Leihegut auch bezeichnet wird. Diese dingliche Seite der Beziehungen zwischen Herrn und Mann wird Benefizialrecht genannt, der entscheidende Entwicklungsschritt zum mittelalterlichen Lehenswesen liegt in der Verbindung von Vasallit├Ąt und Benefizialrecht. Im Hoch- und Sp├ĄtMA wurden vom K├Ânig auch Amtsfunktionen wie etwa Grafschaften oder Herzogt├╝mer in der Art des Leiherechts an adelige Herrschaftstr├Ąger ├╝berlassen.