ReichsfĂŒrsten

Erstmals im 12. Jh., verstĂ€rkt in dessen 2. HĂ€lfte, begegnet die Verbindung von FĂŒrst und Reich. FĂŒr die Zeit um 1190 sind 92 geistliche und 22 weltliche ReichsfĂŒrsten ermittelt worden. Es ist unverkennbar, daß damals der Ausdruck „princeps“ einen exklusiveren Charakter gewonnen hat, aber es gibt weder land- noch lehenrechtliche Kriterien, welche die FĂŒrsten rechtlich klar von den anderen hochadligen Geschlechtern abgrenzen. Schon die ĂŒberproportional hohe Zahl von geistlichen ReichsfĂŒrsten zeigt, welche KrĂ€fte zunĂ€chst den Titel „princeps“ erstrebten, um ĂŒber die alleinige weltliche Zuordnung zum Königtum Schutz vor anderen Herrschaftskonkurrenten zu erlangen. Dieses Prinzip lĂ€ĂŸt sich noch um 1300 daran erkennen, daß Äbte sich in den ReichsfĂŒrstenstand erheben lassen. Hierin zeigt sich die Entwicklung zur Reichsunmittelbarkeit. Im 13. Jh. zeigen sich im weltlichen Bereich die ersten AnsĂ€tze dafĂŒr, daß zwischen FĂŒrsten und Grafen ein Rangunterschied besteht. Jetzt beginnen weltliche Große, die Erhebung in den ReichsfĂŒrstenstand anzustreben. Das Rangzeremoniell liegt allen Erhebungen von Grafen in den FĂŒrstenstand des 14. Jh. zugrunde; in diesen FĂ€llen wird aber stets der FĂŒrstenrang mit einem neugeschaffenen Herzogtum gleichgesetzt („ducatus sive principatus“). Verbunden werden damit weiterhin bestimmte Ehrentitel am Königshof. Im SpĂ€tMA ĂŒbte das Rechtszeremoniell einen wesentlichen Einfluß auf fĂŒrstliches Standesdenken aus. Endpunkt dieser Entwicklung ist Ende des 15. Jh. das Aufkommen des FĂŒrstenhutes als Standesattribut. Die Abschließung des FĂŒrstenstandes war nie wirklich vollendet.