Markt- und Stadtrecht

Durch Privilegien √ľberlie√üen die ottonischen und salischen K√∂nige seit der Mitte des 10. Jh.s zahlreichen geistlichen und weltlichen Gro√üen das Recht, M√§rkte abzuhalten, d. h. die Friedens- und Rechtsgarantie f√ľr den ordnungsgem√§√üen und sicheren Ablauf der Handelsveranstaltung zu √ľbernehmen. H√§ufig war mit dem Marktrechtsprivileg auch das M√ľnzrecht verbunden. Aus den Rechtsverh√§ltnissen der Marktbesucher (in enger Beziehung zu dem der Kaufleute) erhielt das Stadtrecht in der Entwicklungsphase des 12. und 13. Jh. wichtige Impulse. F√ľr die westdeutsch-rheinischen St√§dte wurden die Marktrechte von Mainz und K√∂ln, f√ľr viel mittel- und ostdeutsche St√§dte die von Magdeburg vorbildhaft. Der Marktherr konnte Abgaben (Marktz√∂lle) von den Besuchern erheben, Anordnungen √ľber Anbietepflicht oder die Einhaltung bestimmter Wege und Stra√üen (Wegezwang) treffen und damit das Marktgeschehen beeinflussen. Was die entwickelte mittelalterliche Stadt v. a. von ihrem Umland unterschied, war ihr bes. Stadtrecht. Die Verleihung des Stadtrechts, bei der Stadtgr√ľndung nicht wegzudenken, galt auch bei allm√§hlicher Stadtwerdung als Gipfelpunkt und Abschlu√ü. Im Mittelpunkt des Stadtrechts stand die pers√∂nliche Freiheit der B√ľrger und ihr freies Grundbesitz- und Erbrecht. Der Grundsatz ‚ÄěStadtluft macht frei‚Äú sorgte daf√ľr, da√ü es auch bei Zuzug l√§ndlicher H√∂riger unter den B√ľrgern keine Unfreiheit gab. Unter einem bisweilen von ihnen selbst gew√§hlten Richter bildeten die freien B√ľrger eine eigene Gerichtsgemeinde, die aus der allgemeinen Gerichtsverfassung, insbesodere dem Gericht des Grafen, ausgenommen war. Mit ihrem Stadtbezirk, in dem ein erh√∂hter Friede galt, lag sie wie eine Insel freieren Rechts im umgebenden Lande.