Papst und Patriarch

Papst und Papsttum bezeichnen Amt und Institution des Oberhauptes der kath. Kirche. Nach katholischer Glaubenslehre ist das Papsttum von Jesus Christus eingesetzt, sind die PĂ€pste die Nachfolger des Apostels Petrus im römischen Bischofsamt und in dem damit verbundenen Primat. Ein Patriarchat. (lat. patriarchatus) bezeichnet seit frĂŒhbyzantinischer Zeit (etwa ab dem 6. Jh.) den Sitz eines Patriarchen (lat. patriarcha) und sein kirchenrechtlich definiertes Territorium. Es umfaßt im MA entweder eine oder mehrere Diözesen der spĂ€tantiken Reichsverwaltung, ein orthodoxes, von Byzanz unabhĂ€ngiges Reich (Bulgarien, Serbien) oder andere Sondergebiete, wo jeweils ein Patriarch als Ersthierarch in Verbindung mit einer Synode ĂŒber die zugehörigen Metropolien und BistĂŒmer die oberste kirchliche Amts- und Jurisdiktionsgewalt ausĂŒbt und in der Regel das Weihe- bzw. BestĂ€tigungsrecht fĂŒr die Metropoliten und die Bischöfe besitzt. AnsĂ€tze zur Ausbildung der spĂ€teren Patriarchate waren in Ägypten schon vor 300 vorhanden, wo der Bischof von Alexandria im gesamten 3. Jh. unbestritten die Jurisdiktion ĂŒber die Bischöfe Ägyptens und Libyens ausĂŒbten. Der Bischof von Rom hatte die Jurisdiktion ĂŒber die Bischöfe Italiens inne. In den Kanonen 2 und 3 des II. Konzils v. Konstantinopel (381) bestimmte die Kirche im Prinzip die staatlichen Diözesen als zugleich grĂ¶ĂŸte kirchliche Verwaltungseinheiten und stellte so deren Ersthierarchen gleichberechtigt an die Spitze der Kirche, gestand aber neben dem Bischof v. Rom auch dem von Konstantinopel, dem „Neuen Rom“, einen Ehrenvorrang zu.