Die Àltere Tyrannis

  • Der Prozess der gesellschaftlichen und politischen Konsolidierung im 7. und 6. Jhd. wurde durch einzelne Aristokraten unterbrochen, die die Macht usurpierten und monopolisierten. Die sog. Tyrannen waren skrupellose Machthaber, die die Herrschaft an sich rissen und die geltende Ordnung zerstörten.
  • GrundsĂ€tzlich: es gab soziale, wirtschaftliche und politische Probleme. Unruhe im demos (Volk)
  • Vorraussetzung, dass sich Tyrannen entwickeln konnten, war eine bestehende innere Ordnung: diese musste dem Tyrannen bei Volksversammlungen die Möglichkeit geben, den demos auf seine Seite zu ziehen und sich zu prĂ€sentieren. Anderseits durften die Institutionen noch nicht so weit entwickelt sein, dass eine starke BĂŒrgerschaft es verhinderte, dass ein einzelner die Macht an sich riss.
  • Die Tyrannen entwarfen keine sozialen Reformprogramme, konnten keine neue Gesetzgebung schaffen und auch keine Verfassungen stiften.
  • Die Tyrannis galt als Gegenbild zu einer „guten Ordnung“ (z. B. isonomia, Ordnung des gleichen Rechts), fĂŒhrte aber keineswegs automatisch zu dieser.
  • 3 Beispiele:
    • Die Tyrannis begann mit der Herrschaft des Kypselos ĂŒber Korinth, die von seinem Sohn Periander fortgefĂŒhrt wurde. Die Bakchiaden (Adelsgruppe) standen unter Erfolgdruck, da ihnen militĂ€rische Erfolge fehlten. 660 v. Chr. Gelingt dem Kypselos die MachtĂŒbernahme. Er und sein Sohn gelten als Prototyp des grausamen Tyrannen.
    • Aufrechterhalten der Herrschaft durch Bestechung, Korruption, Überwachung und Terror
    • Regime des Theagenes in Megara: etwa zur gleichen Zeit wie ihn Korinth. Instrumentalisierte den Hass der Armen auf die Reichen. Er nutzte die Krise der bĂ€uerlichen Lebenswelt aus. Scheitert beim Versuch seinen Schwiegersohn Kylon beim Versuch eine Tyrannis in Athen zu errichten. RĂŒckkehr zur Aristokratie.
    • Athen: Drei Rivalen um die Macht (Megakles, Lykurgos, Peisistratos). Diese stĂŒtzen sich auf verschiedene lokale Parteiungen (KĂŒste, Ebene, Berg)
    • Nachdem keiner auf Dauer seine Tyrannis festigen konnte, gelang es Peisistratos 546 die Stadt zu erobern. Er stĂŒtze sich auf Söldner und andere Poleis, die er auf seine Seite ziehen konnte.
    • Festigte seine Herrschaft durch die religiöse Integration der BĂŒrgerschaft (z. B. Verehrung der Stadtgöttin Athene)