Die Ständekämpfe

Etwa von 494-287

2 Gruppen

Patrizier
(kleine Gruppe, reicher Geschlechter, übernehmen Schutzherrschaft über für sozial schwächere, abhängige Bürger) ihre Vertreter bilden den Senat
Plebejer
(angehörigen des Volkes der pleps) Vor allem freie und selbstständige Handwerker, Händler. Diese sind zwar persönlich frei, haben aber keine politischen Rechte und sind auch sozial durch Ständeschranken von den Patriziern getrennt, (Eheverbot)
  • Politische und soziale Diskriminierung gerät in Widerspruch zur wachsenden Bedeutung der Plebejer. Durch Wandlung der Kampftechnik vom adeligen Einzelkampf zur Phalanx, bekommen die Plebejer entscheidende militärische Bedeutung. Es entwickelt sich eine plebejische Oberschicht, die sich den Patriziern von nun an durchaus als gleichwertig empfindet.
  • Forderung nach politischer Mitsprache und sozialer Gleichberechtigung. Patrizier verweigern dies. Plebejer greifen zu revolutionären Mitteln.

Verlauf

  • 494: Einrichtung des ''concilium plebis'' und des Amtes der Volkstribunen (''tribuni plebis'') (anfangs zwei, später zehn)
    • Da beide Institutionen sich gegen den aristokratischen Apparat richten, werden sie durch ein heiliges Gesetz legitimiert. (''lex sacrata''). Zwischen Volkstribunen und einfachen Plebejern entwickelt sich eine Art Klientelverhältnis (Hilf- und Schutzbündnis gg. die Aristokraten)
    • Die Patrizier haben dem Widerstand der Plebejer nichts entgegenzusetzen und müssen Zugeständnisse machen.
  • ca. 450: Zwölftafelgesetz, schriftliche Kodifizierung der Gesetze ist eine Absicherung gegenüber dem bisher gültigen und für patrizische Willkür offenen Gewohnheitsrechts
  • 445: Aufhebung des Eheverbots (''lex Canuleia'')
  • 367/66: Zulassung von Plebejern zum Consulat (das höchste Amt), Festlegung einer Höchstgrenze für Grundbesitz aus Staatsland und Schuldenermäßigung (licinisch-sextische Gesetze)
  • bis 300 schrittweise Zulassung zu allen übrigen Ämtern (Zensur, Diktatur, Praetur, Priesterämter)
  • 287 Anerkennung des ''concilium plebis'' als gesetzgebender Versammlung (Gesetzeskraft der Volksbeschlüsse/Plebiszite) (''Lex Hortensia'')

Das Jahr 287 markiert das Ende der Ständekämpfe und den Sieg der Plebejer.

Folgen

Durch Verschmelzung von plebejischer Oberschicht mit den Patriziern bildet sich eine neue Oberschicht, die Nobilität, die sich nun ihrerseits nach unten abgrenzt.
Ein homo novus aus unbekannter Familie kann zwar aufsteigen, aber eher selten. Nun eine neue Grenze in der römischen Gesellschaft nicht mehr durch Geburt festgelegt, sondern durch Reichtum und dass Mitglieder der Familie das Konsulat innehatten. Aristokratie -> Geld- und Amtsadel. Amt des Volkstribuns verliert seinen ursprünglich revolutionären Charakter, es wird nun vorwiegend als Sprungbrett für weitere politische Karriere benutzt.