Die Ausbreitung und Struktur der römischen Herrschaft in Italien

Ergebnis einer zwei Jahrhunderte dauernder kriegerischen Geschichte, in der sich Rom trotz schwerer RĂŒckschlĂ€ge durchsetzen kann.

  • Erste Phase der Entwicklung (5. Jahrhundert): Auseinandersetzung mit den italischen Nachbarn. Latinischer Bund (latinische StĂ€dte und Rom) gegen die BergstĂ€mme der Aequer, Volsker und Osker. Einnahme der etruskischen Stadt Veii (406-396) -> Rom wird stĂ€rkste Macht der Region.
  • Zweite Phase: (erste HĂ€lfte viertes Jahrhundert) RĂŒckschlĂ€ge: Kelten fallen ein und besiegen Römer in der Schlacht an der Allia 387. Rom muss sich in der Folgezeit erneut behaupten und befestigt die Stadt.
  • Mitte 4. Jhd.: Neue Bedrohung: oskische StĂ€mme schließen sich zum Samnitischen Bund zusammen. Samnitenkriege (343-41, 326-04, 298-90), bei denen sich Rom behaupten kann.
  • Latinischer Bund bricht auseinander, da die verbĂŒndeten Staaten die Hegemonialstellung Roms nicht akzeptieren wollen. Latinischer Krieg (340-338). Niederlage der Latiner. Einflussbereich der Römer weit nach SĂŒden ausgedehnt.
  • Tarentinischer Krieg 282-272: VerbĂŒndeter Tarents: Pyrrhos von Epirus
  • __ab 272: Herrschaftsgebiet der Römer umfasst ganz Mittel- und Unteritalien.

Struktur der Herrschaft

StĂ€dte werden in BĂŒndnisvertrĂ€ge gezwungen. Netz von Kolonien und BĂŒndnissen. Indirekte Herrschaft.

  • Cives Romani: auf römischen Gebiet, Gebiete werden eingegliedert (municipia) eingeschrĂ€nkte Selbstverwaltung, aber römisches BĂŒrgerrecht.
  • Coloniae: es werden römische BĂŒrger dort angesiedelt, die Einwohner haben kein römisches BĂŒrgerrecht. Lokale Selbstverwaltung, daher kein großer Verwaltungsapparat fĂŒr die Römer.
  • Civitates sine suffragia= BĂŒrger dĂŒrfen nicht an Volksversammlungen in Rom teilnehmen, Status einer freienStadt, eingeschrĂ€nktes römisches BĂŒrgerrecht, Gemeinden ohne Stimmrecht.
  • Latiner: (nomen Latinums) kein römisches BĂŒrgerrecht, volle Selbstverwaltung.
  • Bundesgenossen (socii) Abschluss von bilateralen BĂŒndnisvertrĂ€gen (foedus). Darin versichern sich beide militĂ€rische UnterstĂŒtzung, keine eigene Außenpolitik, Selbstverwaltung.
  • Römisches BĂŒndnissystem: nicht wie bei Griechen als StĂ€dtebund anzusehen, Rom wollte einzelnen BĂŒndnispartnern ĂŒberlegen sein und gleichzeitig die Bildung von Allianzen gegen sie unterbinden.