Entstehung und Ausbreitung des Islam

  • Prophet Mohammed (570/571 - 632 n.Chr.): ursprĂĽnglich Heide aus Mekka, Einfluss monotheistischer Religionen durch Juden / Christen (später auch sichtbar in religiösen Riten, die sind, z.B. Fasten, Gebetsrichtung...). ~610: Vision Mohammeds, Erzengel Gabriel erscheint mit der Botschaft Allahs; Mohammed ist sein Prophet und muss die Botschaft weiterverbreiten (→ Suren im Koran).
  • 622: Auswanderung aus Mekka (Bedrohung religiöser und ökonomischer Interessen) nach Yathrib (später = Medina). Beginn islamischer Zeitrechnung, Jahr 0 (=hijra), vorher "Unwissen" (=gahila)
    • in Medina Bekehrung arabischer Stämme, kriegerische Auseinandersetzung mit Juden, teilweise Vertreibung oder Vernichtung der jĂĽdischen Stämme
    • Vertrag vom Medina: Einigung auf freie AusĂĽbung der monotheistischen Religion, im Gegenzug Unterwerfung der Juden
  • Muhammed wird nicht nur sozialer und politischer sondern auch militärischer AnfĂĽhrer → vor allem nach Schlacht von Badr gegen Mekkaner (624). 627: Grabenkrieg. JĂĽdischer Stamm ging auf Verhandlungen mit Feinden Mohammeds ein, aus diesem Grund Belagerung des Stammes und Vernichtung. 628: endgĂĽltige Vertreibung der Juden aus der Gegend um Medina da sie militärisch als Bedrohung gesehen wurden, nicht aufgrund ihres Glaubens.
  • 629: Feldzug nach Tabuk gegen das byzantinische Reich. 630: Reise und Eroberung Mekkas; Reinigung der Kaaba, Entfernung aller Gottesstatuen. 632: Abschiedswallfahrt nach Mekka; Festlegung der Riten der Wallfahrt, Tod Mohammeds in Medina

Islamische Expansion

  • beim Tod Mohammeds ist die Arabische Halbinsel vom Islam erfasst. Meistens kämpften die muslimischen Armeen gegen oströmische Truppen / Sassaniden mit leichter wendiger Reiterei, die im Vorteil waren, auĂźerdem waren sowohl Ostrom / Byzanz als auch die Perser von langen Kriegen erschöpft
  • Kalifen (=Nachfolger Mohammeds) betreiben kriegerische Expansion weiter
  • durch den durchgesetzen islamischen Frieden wird Expansionskraft freigesetzt, die die Grenzen des islamischen Reiches bis 715 bis an Pyrenen, nordafrikan. Atlantik, Kaukasus, Oxus und Indus verschob.
    • 633-636: Eroberung Palästinas & Syriens (gegen Rom)
    • 636: Eroberung Mesopotamiens / Irak (gegen Sassaniden)
    • 638: Kapitulation Jerusalems (R)
    • 640-642: Eroberung Ă„gyptens (R)
    • 642: Eroberung Persiens / Irans (S)
    • 650: Eroberung Armeniens (R)
    • 673: Eroberung von Rhodos, Versuch der Einnahme Konstantinopels scheitert (ebenfalls 717/718)
    • 698: Eroberung Karthagos
    • ~700: Eroberung Marokkos (gegen Berber)
    • 711-719: Eroberung d. iberischen Halbinsel (gegen Westgoten), bis 725 auch SĂĽdwestfrankreich. Selbstständiges Emirat, später Kalifat von Cordoba. Gebiet al-Andalus bis 1492 gehalten.
    • 712: Erreichen der Grenzen Chinas und Indiens
    • 732: weiterer Vormarsch nach Europa in Gallien aufgehalten
      1. Jhd.: Eroberung Siziliens, Islamisierung Italiens aber nicht erfolgreich
  • abgesehen von den Abspaltungstendenzen auf der Iberischen Halbinsel, verstärken sich Spaltungstendenzen im 9. Jhd.
  • im 11. Jhd. wandern die TĂĽrken nach Westasien ein, und das fĂĽhrt zur weiteren islamischen Expansion auf die Balkanhalbinsel und nach Anatolien und schlieĂźlich zur Eroberung von Byzanz.
  • durch den Einfall der Mongolen im 13. Jhd. verlagern sich die islamischen Zentren nach Syrien- Ă„gypten und Iran, was die Teilung der islamischen Welt besiegelt.

GrundzĂĽge des Islam

  • monotheistisch, Einheit Gottes (tauhid), der einzige Gott
  • Koran als letzte Offenbarung Gottes (vorherige Offenbarungen verfälschten Gottes Wort)
  • Propheten Gottes: Adam, Abraham, Moses, Jesus, Mohammed
  • fĂĽnf Säulen: Glaubensbekenntnis (Schahada), Gebet, Almosen, Fasten, Pilgerfahrt
  • Spaltung der Gemeinschaft der Muslime (umma) in Sunniten (85%)und Schiiten
  • Zahlung der Kopfsteuer (gijza) fĂĽr monotheistische Religionen: freie ReligionsausĂĽbung und Schutz als dhimma; polytheistische Stämme werden zwangsweise zum Islam bekehrt
  • islamisches Recht: Sharia, umfasst alle Bereich des Lebens (also auch die Politik), universal gĂĽltig, aber nicht einheitlich, da unterschiedliche Quellen (Koran, vers. Hadithe)
  • unter dem Zustrom christlicher und jĂĽdischer EinflĂĽsse entwickelt sich ein Gottessuchertum, dass eine asketische Intensivierung des Lebens anstrebt. Mohammed entwickelt dazu ein Konkurrenzsystem, das auf eine sittliche LebensfĂĽhrung Wert legt, ohne Askese zu fordern.