Hussiten
Anhänger der hussitischen Volksbewegung, die sich nach dem 1415 am Konzil von Konstanz als Ketzer verbrannten tschechischen Theologen und Reformator Johannes Hus benannten. Hus wurde nach seinem Tod nationaler Märtyrer.
Hussiten * Bewegung entsteht als Reaktion auf den Feuertod von Johannes Hus (1415): Schuldspruch des Konzils nicht anerkannt * Ablehnung der kirchlichen Hierarchie, Bibel allein gültig für Glaubensfragen, keine Anerkennung der Unfehlbarkeit des Papstes * Wendung gegen reiche Klöster und Klerus * hussitischen Volksbewegung * gegen König Wenzel: Ausschluss von Hussiten aus Staatsämtern * gegen Kirche: Ausschluss von Hussiten aus Kirchenämtern * Ausdruck der allgemeinen religiösen und sozilalen Unruhen in Böhmen * getragen von ständischer Opposition * * Anhänger bei niedrigem Adel und Geistlichkeit (gerichtet gegen innerkirchliche Missstände) * Mobilisierung der städtischen Unterschichten * verschärfte Missstimmung gegen Deutsche , v.a. in Prag
- Darreichung des Laienkelches erwünscht
- Kelch als Symbol der Reformbewegung (v.a. der Utraquisten)
- 1419: Verbot dessen durch das Konstanzer Konzil und König Sigismund
*1419: Unruhen radikalisierter hussitischer Randgruppen führen zum Ersten Prager Fenstersturz * Anfang der Hussitenkriege: Am 30. Juli 1419 stürmten Hussiten das Neustädter Rathaus in Prag * Befreieung gefangener Glaubensgenossen * Werfen sieben katholische Ratsherren aus dem Fenster, die dann von der wartenden Menge aufgespießt wurden * neuer Einflussgewinn hussitischer Gruppen (Chiliasten) nach Tod König Wenzels 1419
- 1420: Papst Martin V. proklamierte den von Wenzels IV. Nachfolger Sigismund geführten sogenannten Kreuzzug gegen die Hussiten, die als Häretiker gesehen werden
- dem Sieg der Hussiten (Einfall in Sachsen, Bayern und Österreich) folgen Verhandlungen mit Sigismund
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erneute Niederlage eines neuen Kreuzfahrerheeres der Kirche
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1420: Einsetzen einer revolutionären böhmischen Bewegung, Forderungen: ''Vier Prager Artikel''
- die Freiheit für die Predigt (Laienkirche)
- die Freiheit für den Kelch (Laienkelch, Abendmahl in zweierlei Gestalt)
- die Freiheit von säkularer Kirchenherrschaft (Verzicht der Kirche auf weltliche Macht, Armut der Geistlichen, Verbot der Simonie, Bestrafung sündiger Geistlicher)
- die Freiheit von ungerechter weltlicher Herrschaft (König Sigismund nicht als König Böhmens anerkannt)
Unterstützer der ''4 Prager Artikel'' 1. Calixtiner / Utraquisten * v.a. Niederadel & Besitzbürgertum * Wollen nur den Laienkelch, was ihnen beim Basler Konzil zugestanden wird (gegen den Willen des Papstes) 1. Taboriten * Landbevölkerung und niederer Klerus * zusätzlich noch Ablehnung der Hierarchie und der überlieferten Kultformen der Kirche * Laienpriestertum * im bewaffneten Kampf 1434 von den Calixtinern besiegt
- 1431: Basler Konzil zu Verhandlungen bereit
- 1433: Basler Kompaktaten, Zugeständnisse an die Hussiten
- Einigung der konservativen Hussiten (Calixtiner / Utraquisten) mit Katholiken
- 1434: Heer des radikalen Taboriten Prokop dem Großen geschlagen
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- Anerkennung des Königtums Sigmunds
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Zugeständnisse wieder zurückgezogen
- dennoch: Bildung eines tschechischen Nationalbewusstseins
Und was hat das genau für Deutschland für eine Bedeutung? * Reformbewegung von Böhmen aus verbreitet, v.a. durch Hieronymus v. Prag * große Resonanz an deutschen Universitäten * eine Reihe von Magistraten verlangte von ihren Bürgern Leistung eines antiketzerischen Eides