Voraussetzungen und Kriterien der Stadtwerdung

Ausbildung der ersten St√§dte aus D√∂rfern, die ein Marktrecht besitzen. Gr√ľndungsst√§dte meist in Anlehnung an Burgen, Pfalzen, M√§rkte, Dorfsiedlungen. F√ľrsten / K√∂nige erlauben Stadtgr√ľndungen (Gr√ľndungen neuer M√§rkte seit dem 9. Jhd. nur mit k√∂niglicher Genehmigung). K√∂nig als Schutzherr der Fernh√§ndler; alle Einwohner - nicht nur die Kaufleute - stehen in Marktsiedlungen direkt unter dem Schutz des K√∂nigs und haben keine weiteren Instanzen zwischengeschaltet.
Bl√ľtezeit der mittelalterlichen deutschen Stadt in und nach der Stauferzeit (1125-1313): Wachstum bereits bestehender St√§dte (innerhalb der Stadtmauern, oder Erweiterung um Vorst√§dte, und somit Errichtung weiterer Mauern), zahlreiche Neugr√ľndungen. Erschaffung eines Hinter- / Umlandes, also Landgebiete f√ľr regionalen und √ľberregionalen gewerblichen Austausch.
Stadtgeschlechter (Kaufmannschaft) schließen sich zusammen, lehnen z.B. oft die Herrschaft des Bischofs ab. Status einer Stadt ist vom Stadtherrn abhängig. Markt- und Stadtrechtsprivilegien sind nötig. Kontinuität im rechtlichen Sinne nur bei den Bischofsstädten; Besiedlungskontinuität bei vielen Städten. In karolingischer Zeit sind Städte rechtlich nicht bekannt, sondern sind einfach befestigte Plätze und Verwaltungszentren.

Kriterien

  1. Stadtbefestigung, Steinbau (Brandgefahr), Pfarrkirche, Spital, Judenviertel
  2. Wirtschaftsplatz mit Handwerkern, Z√ľnften, Kaufleuten, Gro√üh√§ndlern
  3. Sozial- und Rechtsgemeinschaft zieht Neusiedler an, Entstehung des städtischen Patriziats
  4. Stadtherren gewähren Privilegien
  5. die ''communitas civium'' erhält das Stadtsiegel als Symbol der Autonomie
  6. städtischer Rat erlässt Anordnungen, z.B. Stadtrecht

Gr√ľnde des Aufstiegs seit dem 12.Jh.:

  1. verringerte Bedrohung von außen
  2. Zunahme der inneren Sicherheit
  3. Veränderung der Ernährung
  4. starkes Bevölkerungswachstum im 13. / 14. Jhd.
  5. √∂konomischer Wandel: Spezialisierung und Warentausch Bev√∂lkerungswachstum ‚Äď> steigende Agrarpreise ‚Äď> Anreiz f√ľr Intensivierung des Ackerbaus (Dreifelderwirtschaft, Pflug, Hufeisen, Windm√ľhlen usw. = Spezialisierung) ‚Äď> Notwendigkeit des Warenaustausches.

Stadtbegriff

  1. der Ort besitzt eine aus Freien bestehende B√ľrgergemeinde
  2. der Ort ist Marktort (täglicher Marktbetrieb)
  3. der Ort hat einen besonderen Gerichtsbezirk
  4. der Ort ist hinsichtlich der öffentlichen Lasten bevorzugt (durch Privilegien)
    1. v.a. Recht der Gemeinden, selbst Organe f√ľr Willensbildung / Handeln zu setzen: im 12. Jhd. nebenberufliche Aussch√ľsse der B√ľrgerschaften, im 13. Jhd. dann regelm√§√üige, nach Ressorts gegliederte Verwaltung durch Ratsverfassung
    2. Obrigkeitsstellung des Rats gegen√ľber der B√ľrgerschaft