Reichsgesetze Friedrichs II.

1220: Confoederatio cum principibus ecclesiasticis (in Frankfurt) * = Vereinbarung mit geistlichen F√ľrsten * dieses Privileg war die Gegenleistung Friedrichs II. an die geistlichen F√ľrsten, um die Zustimmung zur Kr√∂nung seines minderj√§hrigen Sohnes Heinrich (Heinrich VII.) zum r√∂mischen K√∂nig zu erreichen und sollte die Beziehungen zu den geistlichen F√ľrsten regeln * durch die 11 Artikel tritt der Kaiser wichtige K√∂nigsrechte an die geistlichen F√ľrsten ab * Verzicht der K√∂nigs aus den Nachlass geistlicher F√ľrsten * Verpflichtung der V√∂gte, f√ľr √úbergriffe auf Kirchengut den doppelten Schadensersatz zu leisten * Verst√§rkung des Kirchenbannes durch Reichsacht, die nach 6 Wochen zus√§tzlich in Kraft tritt * Testierf√§higkeit * Verbote des Eingreifens in kirchliche Territorien, d.h. Verbot, Burgen / St√§dte auf kirchlichem Boden zu errichten

1231/32: Statutum in favorem principum (in Worms) * = Beschluss zugunsten (weltlicher) F√ľrsten * Friedrich II best√§tigt die Privilegien der F√ľrsten, weil er auf ihr Wohlwollen bez√ľglich seiner imperialen Politik angewiesen war * die 23 Artikel schw√§chen die Kl√∂ster, dir Krone und vor allem die k√∂niglichen St√§dte * die Privilegien sanktionieren, was die F√ľrsten im staatlichen Ausbau ihrer Territorien erreicht hatten, zugleich wurde einer offensiven k√∂niglichen St√§dtepolitik ein Riegel vorgeschoben. Die F√ľrsten wollten damit verhindern, dass der K√∂nig aus territorialpolitischer Rivale unter Aussch√∂pfung seiner k√∂niglichen Pr√§rogative die bestehende Ordnung zu seinem Gunsten untergrub. * Bestimmungen u.a. zugunsten der Gerichtsbarkeit der F√ľrsten, Beseitigung der Bannmeile neugegr√ľndeter k√∂niglicher St√§dte * aus der Sicht Friedrich II. sollten die Beg√ľnstigten wieder st√§rker in die Pflicht zur Mitverantwortung am Reich gezwungen werden * Marktsch√§digung durch neue M√§rkte

Zentrale Rolle der beiden Reichsgesetze * f√ľr die Entwicklung der f√ľrstlichen Territorialhoheit * entscheidend f√ľr den Weg zum deutschen Partikularismus * St√§rken der Macht und Machtaus√ľbung der Territorialf√ľrsten auf Kosten der k√∂niglichen Zentralmacht

1235: [Landfrieden](./gwma:Fehde und Landfrieden) (in Mainz) * die 29 Artikel behandeln ein geordnetes Strafrechtsverfahren und die Anerkennung der hoheitlichen Gewalt und deren Gerichte * Friedenwahrung, Gerichts- und √Ąchtungsgewalt werden als alleiniges k√∂nigliches Recht anerkannt und k√∂nnen somit vereinheitlicht werden (u.a. wurde das Fehderecht des Adels eingeschr√§nkt) * Positivierung des Rechts! * Einf√ľhrung eines beamteten Reichshofrichters als Stellvertreter des Kaisers


mögliche Klausuraufgabe

(aus PS Keupp, Starter-Kit)

Die Reichsgesetze Friedrichs II.: Anlass, Inhalte und Bedeutung

Lösungsvorschlag

Als Gegenleistung f√ľr die Wahl seines Sohnes (1 Pkt.) Heinrich (VII.) zum deutschen K√∂nig gew√§hrte Friedrich II. im Jahr 1220 (1 Pkt.) den geistlichen Reichsf√ľrsten die sog. Confoederatio cum principus ecclesiasticis (1 Pkt.). Dieses Privileg enthielt u.a. einen Verzicht auf bedeutende Regalienrechte (1 Pkt., 1 Zusatzpunkt bei detaillierter Antwort m√∂glich). Das Statutum in favorem principum (1 Pkt.) von 1232 (1 Pkt.) kam Friedrich den weltlichen F√ľrsten in √§hnlicher Weise entgegen. Ursache waren die heftigen Proteste gegen die aggressive St√§dtepolitik (1 Pkt.) seines Sohnes. Die F√ľrstengesetze zeigen die Ausbildung der Landeshoheit der Reichsf√ľrsten, gingen jedoch nicht √ľber das bestehende Gewohnheitsrecht (1 Pkt.) hinaus.

Gesamt: 8 Punkte + Zusatzpunkte; Bestanden bei 5 Punkten.