Magna Carta Libertatum

(= große Urkunde der Freiheit)

  • wurde 1215 K√∂nig Johann I. von England vom revolution√§ren Adel und der Geistlichkeit abgerungen
  • vom K√∂nig unter dem Druck der Barone unterzeichnet
  • Reaktion auf die Regierungsform der Plantagenets, die durch Ausnutzung feudaler Abgaben und willk√ľrliche Gerichtsbarkeit gekennzeichnet war
  • betrifft vor allem das Lehnsrecht, und war zun√§chst als Vertrag zur Beschr√§nkung der k√∂niglichen Willk√ľr und zur Wiederherstellung der feudalen Rechtsordnung gedacht
  • verbrieft grundlegende politische Freiheiten des Adels gegen√ľber dem englischen K√∂nig, Kontrolle des K√∂nigs durch schriftliches Gesetz
  • Unabh√§ngigkeit der Kirche von der Krone garantiert
    • Disput um die Einsetzung des Erzbischofs von Canterbury, Johann I. ignoriert Willen des Papstes Innozenz III.
    • Innozenz III. verh√§ngt Interdikt (Ung√ľltigkeit aller religi√∂sen Zeremonien) √ľber England 1208, Exkommunikation Johanns 1209
  • wird im Laufe der Zeit zum fundamentalsten Grundgesetz der englischen Verfassung

Enthalten sind:

  1. Fiskal- und Rechtsklauseln: Festsetzung der Höhe der Lehnware und den Schutz der Rechte minderjähriger Erben und der Witwen
  2. rechtlich-soziale Bestimmungen: Mae und Gewichte, ungerechte Forderungen der k√∂niglichen Beamten verboten, willk√ľrliche Geldbu√üen sollten nicht den Lebensunterhalt eines Mannes gef√§hrden, und das Gericht durfte weder verkauft noch verweigert werden
  • von Johann I. widerrufen; Verk√ľndung erst nach Johanns Tod 1216
  • Revidierung 1217: Krise des K√∂nigtums, Barone weigern sich, Steuern zu zahlen: Best√§tigung der Magna Carta
  • endg√ľltige Fassung: 1225 in 63 Artikeln, tritt unter dem noch minderj√§hrigen K√∂nig Heinrich III. in Kraft