Kaiserkrönung Ottos des Grossen (912-973)

Eltern: K√∂nig Heinrich I. und Mathilde (Tochter des s√§chsischen Grafen Dietrich). Im Rahmen der Hausordnung von 929 wurde Otto von Heinrich I. f√ľr die Thronfolge vorgesehen. Auf einem Hoftag in Erfurt wurde er 936 zum Nachfolger designiert.

K√∂nigskr√∂nung Ottos Beim Tode Heinrichs I. (2. Juli 936) war der Bestand des ostfr√§nkischen Reiches nicht mehr ernstlich in Frage gestellt. In Wiederankn√ľpfung an die karolingische Tradition erfolgte am 7. August 936 in Aachen die Wahl Ottos I. durch die Gro√üen des Reiches, an die sich die kirchliche Zeremonie der Kr√∂nung und Salbung, gipfelnd in der feierlichen Thronbesetzung auf den Marmorthron Karls des Gro√üen, anschloss.

Im Gegensatz zu der K√∂nigserhebung des Vaters waren alle St√§mme vertreten, somit war ein gemeinsamer K√∂nig nach fr√§nkischer Tradition akzeptiert. Trotzdem musste sich Otto gegen die starke Oppotition zahlreicher Herz√∂ge und seiner eigenen Br√ľder durchsetzen, was ihm 941 gelang. Er ordnete die Administration des Reiches neu, indem er Herzogt√ľmer mit engen und loyalen Verwndten betzte. 955 musste er sich in der Lechfeldschlacht noch einmal gegen eine Revolte von Kronprinz Liudolf von Schwaben durchsetzen.

In Folge dieser Thronstreitigkeiten schuf Otto das Ottonische Reichskirchensystem. Er vergab zahlreiche Grafschaften und k√∂nigliche Rechte an die Kirchen, um damit der Feudalisierung von √Ąmtern und Vererblichung von Lehen entgegenzuwirken. Gleichzeitig behielt er sich eine gro√üe Einflussnahme auf die Besetzung krichlicher √Ąmter vor. Damit es dabei nicht zu Autorit√§tsstreitigkeiten mit dem r√∂mischen Papst kommen konnte, betrieb Otto eine aktive Italienpolitik.

Wegen des Streites um ein eigenes Magdeburger Erzbistum, aber auch die allgemeine politische Situation in Italien, griff Otto 951 dort ein. Ein Romzug fand 961 statt und m√ľndete in die Kaiserkr√∂nung.

Von dem durch den M√∂nch Widukind von Corvey geschilderten Wahlvorgang ging eine normbildende Wirkung auf die k√ľnftigen K√∂nigskr√∂nungen in Deutschland aus, deren Zeremoniell um 960 im "Mainzer Ordo" festgelegt wurde.

Kaiserkr√∂nung Ottos K√∂nig Otto der Gro√üe wurde 962 in Rom zum Kaiser gekr√∂nt. F√ľr Otto war angesichts des polyethnischen Charakters seines Reiches das Kaisertum die einzige M√∂glichkeit eine Position √ľber den k√∂nigsgleichen F√ľrsten einzunehmen.

von BIOGRAPHISCH-BIBLIOGRAPHISCHES KIRCHENLEXIKON (BBKL): Als etwa gleichzeitig die italischen K√∂nige Berengar II. und Adalbert das ''Patrimonium Petri'' von Norden bedrohten, sah sich Johannes XII. im Herbst 960, wohl unter dem Druck einer r√∂mischen Oppositionspartei, zu einem Hilfeersuchen an den deutschen K√∂nig Otto I. gen√∂tigt. Eine Einladung an diesen Herrscher, zur Kaiserkr√∂nung nach Rom zu kommen, war damit verkn√ľpft.

Nach umfangreichen Vorbereitungen zog Otto I. nach Rom, wurde vom Papst am 2.2.962 feierlich empfangen und am gleichen Tag mit seiner Gemahlin Adelheid in der Peterskirche zum Kaiser gekrönt. Johannes XII. leistete daraufhin dem Kaiser einen Treueeid, vor allem hinsichtlich der Könige Berengar II. und Adalbert. Nachdem er auf Bitten Ottos zahlreiche Privilegien erteilt hatte, insbesondere die am 12.2.962 erfolgte Erhebung Magdeburgs zum Erzbistum, bestätigte Otto dem Papst in einer einen Tag später ausgestellten, prunkvollen Urkunde die Besitzungen und Rechte der römischen Kirche (Bestätigung der Pippinschen Schenkung).

Offenbar aus Entt√§uschung dar√ľber, da√ü der Kaiser in Italien eigene Ziele verfolgte und keinesfalls die Berengar abgenommenen Territorien des Patrimonium Petri an ihn weitergab, nahm Johannes XII. Anfang 963 unter Bruch der Otto gegebenen Zusicherung Kontakt mit K√∂nig Adalbert auf, dem er Unterst√ľtzung gegen den deutschen Herrscher zusagte. Als schlie√ülich der Papst noch im Fr√ľhjahr 963 Verbindung mit Byzanz und den Ungarn aufzunehmen versuchte und Anfang Juni des gleichen Jahres K√∂nig Adalbert ehrenvoll in Rom empfing, sah sich Otto, der im Gegensatz zu den geschilderten Aktivit√§ten J.'s die ihm gemeldeten (angeblichen) Laster und Verbrechen des Papstes (u. a. Ehebruch, Simonie, Jagd- und Spielleidenschaft) nicht ernst nahm, zum Handeln gen√∂tigt.

Johannes XII. verlie√ü am 2.11. 963 nach kurzem Widerstand gegen die kaiserliche Belagerung Rom und floh mit K√∂nig Adalbert in die Campagna. Da er trotz zweimaliger Vorladung vor einer zu Rom unter Vorsitz des Kaisers tagenden Synode nicht erschienen war, wurde er vor allem wegen seines B√ľndnisses mit Adalbert und bewaffneten Widerstands gegen Otto I. in Abwesenheit verdammt und abgesetzt (4.12. 963) und an seiner Stelle noch am selben Tag der Protoskriniar Leo (VIII.) zum Papst erhoben.

Nach dem Abzug des Kaisers aus Rom und einem von Anh√§ngern Johannes XII. angezettelten Aufstand mu√üte Leo VIII. im Februar 964 die Stadt verlassen. Johannes XII. kehrte daraufhin mit einem Heer nach Rom zur√ľck, nahm Rache an seinen dort zur√ľckgebliebenen Gegnern und lie√ü durch eine unter seinem Vorsitz tagende Synode (26.-28.2. 964) die Beschl√ľsse der vom Kaiser im November/Dezember 963 geleiteten Synode annullieren und die Absetzung Leos VIII. aussprechen. Aus Furcht vor einem bevorstehenden Angriff Ottos I. floh er erneut in die Campagna, wurde dort am 7.5.964 vom Schlag getroffen und starb an dessen Folgen eine Woche sp√§ter (14.5.964).