Reichsbildung der Franken

Die Franken traten erstmals Mitte des 3. Jhds. auf, und zwar im r√∂misch besetzten Gallien. Schlie√ülich konnten die R√∂mer nur noch die n√∂rdlichen und mittleren Teile Galliens verteidigen. Ab dem 4. Jhd. siedelten die Franken am Mittelrhein, machten K√∂ln zur Hauptstadt ihres Reiches und gr√ľndeten als salische Franken das Fr√§nkische Reich an Maas und Schelde. Childerich I. (K√∂nig von Tournai) k√§mpfte als Merowinger an der Seite Roms und starb 481 oder 482. Der Aufstieg der Franken und die Bildung eines Gro√üreiches erfolgte um die Wende vom 5. zum 6. Jhd. und war im Wesentlichen das Werk von K√∂nig Chlodwig (Merowinger-Dynastie).

Sein Sohn Chlodwig folgte Childerich als Frankenkönig und eroberte 486 den Rest des weströmischen Imperiums (das Reich des Syagrius in Gallien): Ausdehnung der Machtsphäre. Nach Ansiedlung von Franken wurde dieses Gebiet zum Kernland seines fränkischen Reichs. Zwischen 486 und 494 erweiterte er das Reich bis zur Loire, der Grenze des Westgotenreichs.

493: Heirat mit burgundischen Prinzessin Chrodechilde, die selbst Katholikin war und wahrscheinlich seinen √úbertritt zum Christentum f√∂rderte. 498 (Datum umstritten) bekannte sich Chlodwig zur katholischen Kirche - Taufe in Reims - der er als Frankenk√∂nig vorstand. Es entstand eine fr√§nkische Reichskirche, die als starke Klammer der Reichseinheit wirkte und die innere Ordnung f√∂rderte (Organisation des Reiches zwischen den Gauen (''pagi'') im Norden und den ''civitates'' im S√ľden). Festigung seiner Herrschaft im katholischen Gallien.

Herausbildung einer fr√§nkisch-burgundischen Interessengemeinschaft, deren gemeinsame Feinde die Westgoten und Alemannen. Durch den Sieg √ľber beide V√∂lker (Alemannenfeldzug 497, Westgoten um 507) gewinnen die Franken die Vorherrschaft in Gallien. Vor dem Ende des 5. Jhds. hatte Choldwig die Nachfolge einiger salischer Kleink√∂nige angetreten, bzw. diese Kleink√∂nigt√ľmer beseitigt und seine Position als Alleinherrscher bekr√§ftigt.

Paris gilt als Zentrum des Gro√üreichs (Franken & Burgund). 508 √ľbertrug Kaiser Anastasios I. das Ehrenkonsulat an Chlodwig und schenkte ihm ein k√∂nigliches Ornat, womit die fr√§nkische Reichsgr√ľndung legalisiert war.

Tod Chlodwigs im Jahr 511, Aufteilung des Reiches unter den vier Söhnen. Vereinigung des Reichs zwischen 558 sowie 560/561 unter Chlothar. Bruderkrieg nach erneuter Aufteilung unter dessen Söhnen; Chlothar II. als alleiniger Herrscher im Frankenreich. Neuordnung des Reichs: Jedes Teilreich erhält einen Hausmeier. Sohn Dagobert I., letzter bedeutender Merowinger: Neue Reichskonzeption, Bewahrung des Einheitskönigtums. Wieder Teilung des Reiches unter seinen Söhnen.

511: Reichskonzil in Orleans als Beweis f√ľr den starken Einfluss, den der K√∂nig auf die Kirche genommen hat und gleichzeitig wohl der Gr√ľndungsakt des fr√§nkischen Landeskirchentums.